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Unterhosen zu Weihnachten

Wir haben die Unterhosen verteilt

Mit Unterhosenspenden können wir geflüchteten Menschen ein wenig Würde zurückgeben – deshalb haben wir ein Crowdfundingprojekt ausgearbeitet. Im Dezember 2018 war es endlich soweit und unser Projekt ging auf der Crowdfundingwebseite von «I care for you» online. Hiermit ein herzliches Dankeschön an die Mitarbeitenden dieser Organisation, die uns «Neulinge» wunderbar bei der Gestaltung des Crowdfundings unterstützt haben. Dank grosszügiger Spender*innen war das Crowdfunding ein voller Erfolg und wir konnten unser Sammelziel sogar übertreffen. Vielen herzlichen Dank für alle Beiträge!

Der nächste Schritt war der Kauf von geeigneten Unterhosen. Gar nicht so einfach! Uns war wichtig, nicht den günstigsten Preis zu finden, sondern auf Qualität und möglichst fairen Handel zu achten. Nachdem wir verschiedene Anbieter in der Schweiz und im Ausland verglichen hatten, fanden wir in Bern ein angemessenes Angebot; vor Ort in Frankreich zu kaufen, wohin die Unterhosen geliefert wurden, wäre zwar wegen des Transports sinnvoller gewesen, die Optionen überzeugten uns jedoch aus organisatorischen und qualitativen Gründen nicht. Nach einigen Lieferverzögerungen konnten wir im Juni 2019 schliesslich 3’000 Unterhosen abholen.

Im Juli dieses Jahres ging es los: an einem frühen Abend beluden wir das Auto, deckten uns mit Essen und Getränken ein, und fuhren los. Eine lange Fahrt durch die Nacht, immer in Richtung Norden, bis wir im Morgengrauen auf Möwengekreische, Sandstrand und viele Zäune stiessen. Wir waren in Calais! In Calais befindet sich ein Hafen für Fähren nach England sowie der Eingang zum Eurotunnel, welcher Frankreich mit England verbindet. Viele Geflüchtete haben im Umfeld von Calais ihr Lager aufgeschlagen und hoffen auf eine Chance, nach England zu gelangen. Sie tun dies u.a., indem sie sich in oder unter einem der zahlreichen Camions verstecken, die Frachten von Frankreich nach England bringen. Anstatt Geld in die Bekämpfung von Fluchtursachen und Projekte zu investieren, mithilfe derer die Lage der geflüchteten Menschen verbessert werden könnte, lassen die lokalen Regierungen das Geld in die Abschottung fliessen: Riesige Zäune umgeben die Autobahnen in und um Calais und Polizeifahrzeuge sind allgegenwärtig. Diese unheimlichen Symbole von Europas «Flüchtlingspolitik», in einer merkwürdigen Kombination mit hübschen Sandstrände, hinterliessen ein dunkles Gefühl in uns und beschäftigen uns immer noch. Nach einer dringend benötigten Schlafpause brachten wir die Unterhosen ins sogenannte «Warehouse» in Calais. Dabei handelt es sich um eine zentrale Sammelstelle für Kleider- und andere Sachspenden. Die Grösse und Organisation des «Warehouse» beeindruckten uns. Mithilfe freiwilliger Helfer*innen werden das ganze Jahr über grosse Mengen von Spenden kontrolliert, sortiert und in der Umgebung verteilt.

Unsere Hoffnung für «Aktion Unterhosen» ist, dass die gespendete Ware möglichst viele Menschen erreicht und ihnen dadurch, wie am Anfang erwähnt, ein wenig Würde zurückgegeben kann. Die Aktion soll als Zeichen der Solidarität gegen Europas stacheldrahtverschlossene Grenzen und Herzen wahrgenommen werden. Deine Spende hat dies möglich gemacht, vielen Dank dafür.

Wir sammeln weiterhin Kleider. Vor allem Männerkleidung wird immer gebraucht. Unser Lager befindet sich im ehemaligen Zieglerspital Bern, wo wir mit anderen Organisationen unter dem Namen «Sonnenhaus » weiterhin Kleiderspenden sammeln und sortieren. Wer einen Freiwilligeneinsatz im «Warehouse» in Calais oder in Paris machen möchte, darf sich gerne bei uns melden.

Open Boarders Caravan
info@openboarderscaravan.org

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